Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Weisz Gerda

Weisz Gerda

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Österreich
Geburtsort 
Wien
Beruf 
Lehrerin
Deportationsdatum 
1942 September 14
Unterbringung/Inhaftierung 
-
Schicksal 
In Blagowschtschina/Maly Trostinec ermordet
Berichtsart 
Familiengeschichte

Gerda Weisz wurde am 2. Dezember 1913 als zweites Kind der Familie in Wien geboren. Ihre Mutter war Julie Weisz, geborene Walter. Ihr Vater, der im 1. Weltkrieg verstarb, war Moritz Weisz. Der 1912 geborene Bruder hieß Otto.

Sie besuchte die „Bundeslehrerinnenbildungsanstalt“ Hegelgasse und legte dort 1933 ihre Reifeprüfung ab. 1934 bewarb sie sich beim Stadtschulrat um eine Hilfslehrerstelle, welche sie erst 1937 bekam. Im Oktober 1937 trat sie ihre Stelle an der Volksschule Am Hof 2 in Wien XIII an. (SSR für Wien Personalakt WEISZ Gerda) Die mit weitem Abstand jüngste der in der  Kleinen Sperlgasse 2a eingesetzten LehrerInnen wurde vom Schulleiter als „ausgezeichnete arbeitsfreudige Lehrerin. Unbedingt notwendig“ bezeichnet. Ihre Mutter lebte 1940 noch bei ihr. (A/W 1573,1 Betrifft: Weiterverwendung an der V und Hschule Kl. Sperlgasse 2a) Ihrem Bruder war es gelungen zu emigrieren. Von ihm stammt auch das in Yad Vashem vorhandene Gedenkblatt. Frau Weisz wurde in jedem Falle ermordet. Laut dem 1999 vom Bruder verfassten Gedenkblatt im Jahr 1943 in Pinsk, laut der Opferdatenbank des DÖW wurde eine an der selben Adresse gemeldete, am gleichen Tag, jedoch 1915 geborene Gerda Weissam 14. September 1942 nach Maly Trostinec deportiert und nach der Ankunft ermordet. (Vergleiche dazu Yad Vashem Gedenkblatt und DÖW Opferdatenbank)

Aus den beschriebenen Gegebenheiten schließend, kann man davon ausgehen, dass auch Gerda Weisz in Maly Trostinec ermordet wurde.

© Markus Brosch