Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Saphir Max Moses

Saphir Max Moses

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Österreich
Geburtsort 
Jassy
Beruf 
Bankangestellter
Deportationsdatum 
1942 Juni 2
Unterbringung/Inhaftierung 
-
Schicksal 
Kurz nach der Ankunft in Blagowschtschina/Maly Trostinec ermordet
Berichtsart 
Familiengeschichte

Max Moses Saphir wurde am 17.12.1881 als Sohn von Josef Salomon und Rachelle Saphir in Jassy geboren. Er blieb das einzige Kind seiner Eltern. Nach der Geburt von Max Moses Saphir sind er und seine Familie erst nach Tarnopol und danach nach Wien gezogen. Er wohnte weiterhin mit seinen Eltern zusammen, auch dann noch als er im Bankwesen tätig war und zum Leiter einer der Mercurbanken in Wien befördert wurde. Bereits vor dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich habe sich im Jahr 1933 eine schleichende Umbesetzung jüdischer durch nicht-jüdische Mitarbeiter vollzogen. In dessen Folge wurde auch Max Moses Saphir nicht weiterbeschäftigt. Daher war er seitdem Invaliditätsrentner (Barton, Waltraud (Hg.): Maly Trostinec – Das Totenbuch. Den Toten ihre Namen geben, 2015, S. 495ff.).

Sein Vater Josef Salomon starb im Jahr 1938, seine Mutter bereits zwölf Jahre zuvor, 1926. Im Zuge der neuen antisemitischen Reglungen in Österreich wurde Max Moses Saphirs Wohnung, in der er mittlerweile alleine wohnte, nach 1938 zur „Sammelwohnung“ erklärt. Dies bedeutete, dass er seine Wohnung fortan mit einem älteren Ehepaar, Alois und Berta Deutsch, teilen musste. Im Mai 1942 wurden alle drei Bewohner verhaftet. Alois und Berta Deutsch wurden am 20. Juni nach Theresienstadt deportiert und verstarben dort. Max Moses Saphir wurde am 2. Juni 1942 nach Maly Trostinec deportiert, wo er unmittelbar nach seiner Ankunft ermordet wurde (Ebenda, S. 498).

Erstellt von Nazim Diehl und Aliaksandr Dalhouski