Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Bienenfeld Elsa

Bienenfeld Elsa

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Österreich
Geburtsort 
Wien
Bildung 
Dr.
Beruf 
Musikkritikerin/Publizistin
Deportationsdatum 
1942 Mai 20
Unterbringung/Inhaftierung 
-
Schicksal 
In Blagowschtschina/Maly Trostinec ermordet
Berichtsart 
Familiengeschichte

Karriere als Musikwissenschaftlerin

Dr. Elsa Bienenfeld wurde am 23.8.1877 in Wien als viertes Kind des Rechtsanwaltes Dr. Heinrich Lea und seiner Ehefrau Viktoria Bienenfeld geboren (Fetthauer, Sopie: Elsa Bienenfeld, in: http://www.lexm.uni-hamburg.de, 2006). Ihr musikalisches Talent wurde bereits frühzeitig entdeckt und so wurde sie bereits ab ihrem achten Lebensjahr zu privatem Musikunterricht geschickt (Eva Taudes: Dr. Elsa Bienenfeld. In: Barton, Waltraud (Hg.): Maly Trostinec – Das Totenbuch. Den Toten ihre Namen geben, 2015, S. 443).

Nach der Matura im Jahr 1898 studierte sie Musikwissenschaft an der Universität Wien und war die erste weibliche Absolventin der Musikwissenschaft. Danach verfasste sie ihre Dissertation über „Das Liederbuch des Wolfgang Schmeltzl“ und reichte ihre Promotion im Mai 1903 ein (Ebenda, S. 443). 1904 folgte ihre Ernennung zum wirkenden Mitglied der „Denkmäler Österreichischer Tonkunst“ (Fetthauer, Sopie: Elsa Bienenfeld, in: http://www.lexm.uni-hamburg.de, 2006). Ihren beruflichen Schwerpunkt legte sie auf die Musikkritik und arbeitete als Kritikerin für eine der auflagestärksten Zeitschriften Wiens, das „Neue Wiener Journal“. Des Weiteren bot sie zeitweilig Musikkurse an der Mädchenschule von Eugenie Schwarzwald in Wien an (Fetthauer, Sopie: Elsa Bienenfeld, in: http://www.lexm.uni-hamburg.de, 2006).

Deportation

Nach „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde es für sie zunehmend schwerer eine Arbeitsstelle zu finden und so kam sie in finanzielle Engpässe. Am 20. Mai 1942 wurde sie nach Maly Trostinec deportiert und ermordet (Eva Taudes: Dr. Elsa Bienenfeld. In: Barton, Waltraud (Hg.): Maly Trostinec – Das Totenbuch. Den Toten ihre Namen geben, 2015, S. 444).

Nachleben

Dr. Eva Taudes dissertierte im Jahr 2010 über das Leben und Wirken von Dr. Elsa Bienenfeld (Eva Taudes: Dr. Elsa Bienenfeld. In: Barton, Waltraud (Hg.): Maly Trostinec – Das Totenbuch. Den Toten ihre Namen geben, 2015, S. 445).

Erstellt von Nazim Diehl und Aliaksandr Dalhouski