Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Hirsch Richard

Hirsch Richard

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Tschechische Republik
Geburtsort 
Prag
Beruf 
Unbekannt
Deportationsdatum 
1942 August 25
Unterbringung/Inhaftierung 
-
Schicksal 
In Blagowschtschina/Maly Trostinec ermordet
Berichtsart 
Familiengeschichte

Richard Hirsch wurde am 14.11.1896 in Prag geboren. Die überlieferten Quellen lassen über seinen Lebensweg bis zur Deportation 1942 keine Rückschlüsse zu.

Am 20. Juli 1942 wurde Richard Hirsch im Transport mit der Kennzeichnung AAs von Prag nach Theresienstadt deportiert. Knapp ein Jahr später wurde er am 25. August 1942 im Transport mit der Kennzeichnung Bc von Theresienstadt nach Maly Trostinec bei Minsk deportiert. Über sein Schicksal in Trostinec sind keine weiteren Aufzeichnungen erhalten, außer einem Foto seines verbeulten Koffers. Auf einer Seite des Koffers ist die Transportnummer seiner Deportation nach Theresienstadt und sein Name, trotz des schlechten Zustands des Gepäckstückes, noch immer gut lesbar (Jüdisches Museum, Prag). Der ausrangierte Zustand des Koffers lässt darauf schließen, dass der Koffer vermutlich unmittelbar nach Ankunft des Transportes zu der zentralen Lagerstelle der Gepäckstücke Deportierter, einer Scheune auf dem Gut Trostinec, verfrachtet wurde, um dann dort unter Aufsicht der Lagerwachen von Häftlingen auf Wertgegenstände und andere brauchbare Gegenstände durchsucht zu werden. Auf die gleiche Art und Weise wurde ebenfalls mit den Gepäckstücken sämtlicher Deportierten verfahren, wie es einige Wiener Häftlinge nach ihrer Flucht 1944 berichten. Die Gegenstände wurden gesichtet, gesammelt und u.a. wahrscheinlich auch Richard Hirschs Besitztümer sortiert an die Wachen übergeben (Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands, Akt 22.583, Julie Sebek; Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands, Akt 854, Unbekannter Österreicher). Richard Hirsch wurde im Jahr 1942 in Maly Trostinec ermordet (Jüdisches Museum, Prag).

Erstellt von Nazim Diehl und Aliaksandr Dalhouski