Zeitzeugenarchiv der Minsker Geschichtswerkstatt

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Stern Julius

Stern Julius

Gruppe 
Rassistisch Verfolgte (Jude/Jüdin)
Herkunftsland 
Deutschland
Geburtsort 
Hohenlimburg
Beruf 
Eisen- und Metallhändler
Deportationsdatum 
1942 Juli 20
Unterbringung/Inhaftierung 
-
Schicksal 
Kurz nach der Ankunft in Blagowschtschina/Maly Trostenez ermordet
Berichtsart 
Familiengeschichte

Julius Stern betrieb in Hohenlimburg einen Eisen- und Metallwarenhandel und war Eigentümer des Hauses Wesselbachstr. 4. Nach dem erzwungenen Verkauf des Hauses zogen Julius Stern (geb. 02.02.1886), seine Ehefrau Auguste, geb. Weil (geb. 14.06.1887) und die Kinder Rolf (geb. 07.02.1923) und Margot (geb. 15.01.1927) am 17. Mai 1938 nach Meckenheim in das Haus von Augustes Schwester Selma Meyer, geb. Weil. Im September 1938 gelang es den 15-jährigen Rolf Stern mit einem Kindertransport allein in die USA zu schicken.

Am 28. Januar 1942 wurden Julius, Auguste und Margot Stern in das Sammellager des Klosters Bonn-Endenich gebracht. Augustes Geschwister, ihr Bruder Wilhelm Weil und ihre Schwestern Selma Meyer, geb. Weil und Jenny Weil befanden sich ebenfalls im Kloster und wurden von dort im Juni 1942 nach Sobibor deportiert. Cilly Stern, geb. Weil und ihr Ehemann Julius wurden ab Meinerzhagen, ein weiterer Bruder, Simon Weil und seine Ehefrau Friederike, wurden ab Stuttgart deportiert. Von den 10 Geschwistern der Familie Weil starben 2 als Kinder, 6 wurden deportiert und ermordet und 2 konnten rechtzeitig ins Ausland fliehen.

Am 20. Juli 1942 wurden Julius, Auguste und Margot Stern vom Bahnhof Köln-Deutz nach Minsk deportiert und unmittelbar nach Ankunft des Zuges im Wald von Blagowitschina ermordet.

Der einzige Überlebende der Familie ist Rolf Stern, der mit 15 Jahren in einem Kindertransport in die USA floh. Er ist der Vater von Jeffrey und Gail Stern, die 2014 aus Anlass von Stolpersteinverlegungen Meinerzhagen und Hohenlimburg besuchten. Am 29.08.2014 wurden zum Gedenken an Julius und Cilly Stern in Meinerzhagen (o.V: Stolpersteine Meinerzhagen, Verlegung 29.08.2014, in: http://www.stolpersteine-meinerzhagen.de, Stand 30.05.2017) und zum Gedenken an. Julius, Auguste und Margot Stern in Hohenlimburg Stolpersteine verlegt   (o.V: Auf den Spuren der Vorfahren (28.08.2014), in: http://www.come-on.de, Stand 30.05.2017).

Julius Stern had a trading business with iron and metal in Hohenlimburg and was owner of the house Wesselbachstr. 4. After being forced to sell their house, Julius Stern (born 1886), Auguste Stern, nee Weil (born 1887), their children Rolf (born 1923) and Margot (born 1927) moved on 17. May 1938 to Meckenheim, in the house of Selma Meyer, nee Weil, a sister of Auguste. In September 1938 they organized that their 15 years old son, Rolf Stern could emigrate with a "Kindertransport" to the United States.

On 28. January 1942 Julius, Auguste and Margot Stern had to move from Meckenheim to an assembly camp in a former convent in Bonn Endenich. Augustes brother Wilhelm Weil, her sisters Selma Meyer and Jenny Weil had to live in that convent too and were deported to Sobibor in June 1942. Another sister, Cilly Stern, nee Weil with her husband Julius and her brother Simon Weil with his wife Friederike were deported too.

On 20. July 1942 Julius, Auguste and Margot Stern were deported to Minsk. Immediately after arriving Minsk they were murdered in the forest of Blagowitschina.

Rolf Stern was the one who survived. His children Jeffrey and Gail Stern visited Hohenlimburg and Meinerzhagen in 2014, when "Stolpersteine" were set in remembrance on Julius, Auguste and Margot Stern in Hohenlimburg and Cilly and Julius Stern in Meinerzhagen.

Ira Zezulak-Hölzer